Centella: welches Derivat in die Spezifikation gehört
Das Wort Centella in einer Spezifikation beschreibt keinen Rohstoff. Aus einer Pflanze entstehen fünf verschiedene Positionen mit unterschiedlichem Preis und unterschiedlicher Dosierung, und die Wahl fällt vor der Kalkulation.
«Centella-Extrakt» wirkt in einer Spezifikation wie eine klare Position, beschreibt aber eine ganze Rohstofffamilie mit unterschiedlichen Kilopreisen und unterschiedlichen Einsatzmengen. Zwei Lieferanten können ihr Produkt beide ehrlich Centella nennen und völlig verschiedene Dinge schicken.
Eine Pflanze, fünf verschiedene Positionen
Aus Centella asiatica entsteht zunächst der Extrakt selbst, standardisiert auf die Summe der wichtigsten Triterpene. Dann die einzeln isolierten Verbindungen: Asiaticosid, Madecassosid und Asiatsäure, meist mit einer Reinheit um 95%.
Gesondert stehen der titrierte Extrakt TECA und die Position «Triterpene 95%». Das sind keine Synonyme: Zusammensetzung und Gegenwert Ihres Geldes unterscheiden sich.
Was TECA bedeutet
TECA steht für titrierter Extrakt aus Centella asiatica. Er ist nicht um eine einzelne Verbindung gebaut, sondern um ein festgelegtes Verhältnis von dreien: Asiaticosid, Asiatsäure und Madecassinsäure, gemeinsam auf 95% titriert.
Dieses Verhältnis ist definiert. Sunpure etwa standardisiert sein TECA 95% auf Asiaticosid im Bereich 36–44% und auf Gesamtgenine, also Asiat- und Madecassinsäure, im Bereich 54–66%. Genau das trennt TECA von einem Extrakt, der pauschal als Centella verkauft wird: Er hat eine prüfbare innere Struktur.
Wie die Wahl Dosierung und Preis verändert
Die gereinigte Verbindung kostet je Kilogramm mehr, geht aber in geringerem Anteil ein. Der Extrakt ist billiger, sein Wirkstoffgehalt jedoch niedriger, und ohne diese Angabe lassen sich Angebote gar nicht vergleichen.
Daher ein häufiger Fehler im Lieferantenvergleich: Preise werden je Kilogramm Rohstoff nebeneinandergelegt und nicht je Kilogramm Wirkstoff. So gerechnet erweist sich das billigere Angebot regelmäßig als das teurere in der fertigen Rezeptur.
Was hineingehört und was anzufordern ist
Die Spezifikation nennt das genaue Derivat, die Standardisierungszahl und die Methode ihrer Bestimmung. «Centella-Extrakt» ohne diese drei Angaben überlässt dem Lieferanten die Entscheidung, was als Centella gilt.
Beim Hersteller fordert man das Chargenanalysenzertifikat an, dazu Ergebnisse zu Restlösemitteln, Schwermetallen, Pestiziden und Mikrobiologie sowie die Nummer des Regulierungsdossiers, sofern eines eingereicht wurde. Die Nummer nützt, weil sich ihre Existenz selbst prüfen lässt: bei Sunpure etwa USDMF-033156 für Centella und USDMF-040257 für Madecassosid.