OBM: wenn der Hersteller Ihnen die Marke baut
OEM fertigt nach Ihrer Rezeptur, ODM bietet die eigene an. OBM übernimmt dazu Namen, Auftritt und Markteinführung. Der Unterschied liegt darin, was Ihnen am Ende gehört.
Drei Kürzel stiften im koreanischen Schriftwechsel mehr Verwirrung als alles andere. Der Unterschied liegt nicht in der Fertigungsqualität, sondern darin, wer das Produkt erfindet und wem es am Ende gehört. Für einen Einkäufer ist das eine Eigentumsfrage, keine Begriffsfrage.
Die drei Formate in einem Absatz
OEM: Rezeptur und Marke gehören Ihnen, das Werk produziert nur. Sie bringen alles mit, das Werk bringt Kapazität.
ODM: Das Werk hat fertige Entwicklungen, Sie wählen daraus und setzen Ihre Marke darauf. Schnell und günstig, doch dieselbe Rezeptur kann im Regal nebenan stehen.
OBM: Das Werk oder ein angeschlossenes Studio baut die gesamte Marke — Name, Identität, Produkt, Verpackung und Markteintritt. Der Auftraggeber muss die Branche nicht kennen; jemand kennt sie an seiner Stelle.
Für wen sich das dritte Format eignet
Es richtet sich an jemanden mit Publikum, aber ohne Kosmetikerfahrung: einen Creator, eine Salonkette, einen Händler mit Wunsch nach eigener Linie, einen Distributor, der fremde Marken satthat.
Die Logik ist einfach. Ein solcher Auftraggeber kennt seine Kundschaft gut und die Produktion schlecht. Das Studio übernimmt den zweiten Teil und lässt den ersten unangetastet.
Was in den Vertrag gehört
Rechte an Name und Logo. Hat das Studio die Marke erfunden, können die Rechte im Zweifel beim Studio bleiben, und das zeigt sich im ungünstigsten Moment.
Rechte an der Rezeptur. Wurde sie exklusiv für Sie entwickelt, oder ist es die Anpassung einer bestehenden Entwicklung, die morgen einem anderen Kunden angeboten wird? Beides ist legitim, kostet aber Unterschiedliches.
Verpackungsdesign und Quelldateien. Das Layout gehört in bearbeitbarer Form übergeben, nicht als Bild.
Eine Ausstiegsklausel: Was geschieht mit der Marke, wenn Sie in einem anderen Werk fertigen wollen?
Was Sie vor dem Start fragen sollten
Wie viele Marken das Studio bereits gebaut hat und ob man sie im Verkauf sehen kann, nicht nur in einer Präsentation.
Was im Projektpreis enthalten ist und was gesondert zählt: Fotografie, Texte, Markenanmeldung, Werkzeuge für die Verpackung.
Die Mindestmenge der ersten Serie und ob eine kleinere Probeserie möglich ist.
Und die Frage, die Monate spart: Wer übernimmt die regulatorische Arbeit in Ihrem Markt — Sie, das Studio oder Ihr Importeur?