Honig, Propolis, Gelée royale und Bienengift: was ein Einkäufer prüfen sollte
Vier verschiedene Rohstoffe, die auf dem Etikett wie ein Thema wirken. Die Unterschiede zählen: Sie werden unterschiedlich standardisiert und von den Allergenregeln nicht gleich behandelt.
Eine Bienenlinie im Regal liest sich wie ein einziges Thema. Tatsächlich stecken darin vier verschiedene Rohstoffe, und gemeinsam ist ihnen nur die Herkunft. Sie werden unterschiedlich standardisiert, im Preis unterscheiden sie sich um ein Vielfaches, und die Allergenkennzeichnung behandelt sie nicht gleich.
Das Folgende sollte ein Einkäufer trennen, bevor die Linie in einen Vertrag geht.
Vier Rohstoffe, nicht einer
Honig und Honigextrakt spenden Feuchtigkeit und einen weichen Duft. Das ist der einfachste und günstigste der vier und wirft in der Regel die wenigsten Fragen auf.
Propolis ist das von Bienen gesammelte Harz und wird wegen der Flavonoide geschätzt. Hier ist die Standardisierung entscheidend: Der Flavonoidgehalt in natürlichem Propolis schwankt mit Region und Jahreszeit, und deshalb sagt das Wort Propolis ohne Zahl sehr wenig.
Gelée royale kommt als nährende Komponente hinein und ist bei der Kennzeichnung am heikelsten: In vielen Ländern ist es ein deklarationspflichtiges Allergen.
Bienengift wird im Bereich von Bruchteilen eines Prozents für einen straffenden Effekt eingesetzt. Es ist ein Wirkstoff und sollte auch so behandelt werden, nicht als Marketingzeile.
Wo diese Rohstoffe schwach sind
Erstens die Saisonalität. Die Ernte hängt von Jahr und Region ab, deshalb können Chargen stärker schwanken als bei einem synthetischen Gegenstück.
Zweitens die Standardisierung. Fragen Sie bei Propolis nach dem Marker und seinem Anteil, beim Gift nach der Konzentration in der fertigen Rezeptur. Wenn der Lieferant nur einen Namen nennt, kaufen Sie eine Hoffnung statt einer Spezifikation.
Drittens die Allergene. Bienenprodukte gehören zu den Bestandteilen, die Behörden aufmerksam verfolgen, und in manchen Märkten ändert allein ihre Anwesenheit die Kennzeichnungspflichten.
Was das für das Regal bedeutet
Bienenprodukte vertragen sich nicht mit einer veganen Auslobung. Wenn Sie eine vegane Linie führen, dürfen diese Artikel nicht im selben Block stehen und erst recht nicht unter einem gemeinsamen Zeichen.
Für einen Einkäufer mit Kinder- oder Sensitivsortiment verlangen Gelée royale und Gift ein eigenes Gespräch mit der Regulatory-Abteilung des Importeurs. Das ist kein Verbot, sondern schlicht ein Gespräch, das man besser vor der Bestellung führt als danach.
Was Sie den Hersteller fragen sollten
Zu Propolis: den Standardisierungsmarker, seinen Anteil und die Sammelregion.
Zu Gelée royale und Gift: die Konzentration im Fertigprodukt und den Wortlaut für das Etikett in der Sprache des Marktes.
Zur gesamten Linie: das Analysenzertifikat je Charge und eine Allergenerklärung in der Form, die Ihr Importeur akzeptiert.
Und gesondert die Bestätigung, dass sich die Rezeptur zwischen Muster und Serie nicht geändert hat.